Re: "Harte" Bremse
Verfasst: 7. Januar 2014 18:01
Hi,
um fuer die Mitbetroffenen und kuenftige Suchende noch ein durchaus ueberraschendes Feedback zu geben:
Das Problem wurde in der Werkstatt "analysiert" und dann Teile bestellt. Die kamen bis zum naechsten Tag aber nicht, so dass sich das ganze letztlich zweimal verschob (kurz vor Weihnachten gab es immerhin ein neues KI, aber das hat mit dem hier nichts zu tun) und gestern dann alles eingebaut wurde. Getauscht wurden der Unterdruckschlauch inklusive Rueckschlagventil und der Bremskraftverstaerker. Ich hatte bei der Abgabe darauf hingewiesen, dass das laut meinen Recherchen im Netz gerne mal am Rueckschlagventil liegt. Vom BKV habe ich nichts gesagt, zumal der ja auch teurer ist und sehr viel mehr Aufwand beim Tausch macht.
Die Messung (laut Leistungsnachweis mit dem VAS 6721, was laut Netz ein KVV-Unterdrucktester ist) hat nach der recht vagen Aussage der Werkstatt wohl ausreichend Argumente dafuer geliefert, vielleicht wollten sie auch nur einen Rundumschlag, um das Problem aus der Welt zu schaffen.
Ich habe auf dem Gelaende des AH nach der Abholung gleich beim ersten Bremsen unabsichtlich das ABS zum Einsatz gebracht. Die Bremse griff zwar an der gleichen Stelle wie sonst vom Pedalweg her, die dafuer noetige Kraft war aber spuerbar geringer. Das Bremsgefuehl war so stark veraendert (in Richtung leichtgaengiger, also viel mehr Unterstuetzung), dass ich erst an einen Defekt geglaubt und nochmal angerufen habe im AH. Lapidare Antwort war "der alte BKV war ja auch kaputt". Leider liess er sich keine weiteren Details entlocken, so dass ich nur vermuten kann (s.u.). Immerhin hat er indirekt (so glaube ich) bestaetigt, dass die Messwerte des alten BKV nicht okay waren.
Abends habe ich dann nochmal auf die Bremse getreten... nach 2:30h Stand war der Unterdruck noch da, ebenso am Morgen nach 10h Stillstand und heute nach 6h auf Arbeit. Vor dem Tausch war nach einer Stunde alles komplett weg und das Pedal steinhart. Morgen frueh duerfte das Auto etwa eine Standzeit von 16 bis 17 Stunden haben, aber das duerfte eigentlich gehen, wenn man extrapoliert, wieviel nach 10h noch da war. Am Wochenende teste ich dann mal laengere Standzeiten.
Was mich aber echt ueberrascht ist, ist die Tatsache, dass das nicht nur ein Schoenheitsfehler war, sondern das Bremsverhalten sich wirklich veraendert hat und es nun spuerbar mehr Unterstuetzung gibt. Ich habe mangels anderer neuer Autos kaum Vergleiche, aber rueckwirkend koennte ich behaupten, dass der Octi da tatsaechlich etwas schwergaengig war (aber auch nicht viel mehr als die Bremse am 12 Jahre alten Ibiza, den ich davor hatte). In keinem Fall war es gefaehrlich - ich war damit auch auf einer Verkehrssicherheitsanlage des ADAC und habe das Auto immer mit vollem ABS-Einsatz zum Stehen bekommen, ohne mich auf das Pedal stellen zu muessen. Aber... es war mehr Kraft, als man jetzt braucht.
Ueber die Ursachen kann ich nur spekulieren (und ihr gerne mit mir), denn aus der Tatsache, dass der Unterdruck nach einer Stunde weg ist, laesst sich maximal ein ganz winziges Leck begruenden - in keinem Fall eins, das im Betrieb zu spuerbaren Abfaellen fuehren SOLLTE (sonst waere der Druck IMO viel schneller weg). Die einzige Erklaerung, die ich haette, waere ein druckabhaengiges Leck (z.B. ein Riss in der Membran des BKV oder im Gummischlauch oder so), das umso mehr durchlaesst, je groesser der Druckunterschied ist und damit das Material gedehnt wird. Das wuerde zum einen erklaeren, dass es im Betrieb einen staerkeren Verlust gibt, aber eben auch schleichende Verluste bei dem geringeren Restdruck im Stand.
Insgesamt kann ich nur sagen: Geht mit dem Problem zur Werkstatt, vor allem in der Garantiezeit! In meinem Fall war es anscheinend nicht nur ein Schoenheitsmangel.
Viele Gruesse,
Jan
um fuer die Mitbetroffenen und kuenftige Suchende noch ein durchaus ueberraschendes Feedback zu geben:
Das Problem wurde in der Werkstatt "analysiert" und dann Teile bestellt. Die kamen bis zum naechsten Tag aber nicht, so dass sich das ganze letztlich zweimal verschob (kurz vor Weihnachten gab es immerhin ein neues KI, aber das hat mit dem hier nichts zu tun) und gestern dann alles eingebaut wurde. Getauscht wurden der Unterdruckschlauch inklusive Rueckschlagventil und der Bremskraftverstaerker. Ich hatte bei der Abgabe darauf hingewiesen, dass das laut meinen Recherchen im Netz gerne mal am Rueckschlagventil liegt. Vom BKV habe ich nichts gesagt, zumal der ja auch teurer ist und sehr viel mehr Aufwand beim Tausch macht.
Die Messung (laut Leistungsnachweis mit dem VAS 6721, was laut Netz ein KVV-Unterdrucktester ist) hat nach der recht vagen Aussage der Werkstatt wohl ausreichend Argumente dafuer geliefert, vielleicht wollten sie auch nur einen Rundumschlag, um das Problem aus der Welt zu schaffen.
Ich habe auf dem Gelaende des AH nach der Abholung gleich beim ersten Bremsen unabsichtlich das ABS zum Einsatz gebracht. Die Bremse griff zwar an der gleichen Stelle wie sonst vom Pedalweg her, die dafuer noetige Kraft war aber spuerbar geringer. Das Bremsgefuehl war so stark veraendert (in Richtung leichtgaengiger, also viel mehr Unterstuetzung), dass ich erst an einen Defekt geglaubt und nochmal angerufen habe im AH. Lapidare Antwort war "der alte BKV war ja auch kaputt". Leider liess er sich keine weiteren Details entlocken, so dass ich nur vermuten kann (s.u.). Immerhin hat er indirekt (so glaube ich) bestaetigt, dass die Messwerte des alten BKV nicht okay waren.
Abends habe ich dann nochmal auf die Bremse getreten... nach 2:30h Stand war der Unterdruck noch da, ebenso am Morgen nach 10h Stillstand und heute nach 6h auf Arbeit. Vor dem Tausch war nach einer Stunde alles komplett weg und das Pedal steinhart. Morgen frueh duerfte das Auto etwa eine Standzeit von 16 bis 17 Stunden haben, aber das duerfte eigentlich gehen, wenn man extrapoliert, wieviel nach 10h noch da war. Am Wochenende teste ich dann mal laengere Standzeiten.
Was mich aber echt ueberrascht ist, ist die Tatsache, dass das nicht nur ein Schoenheitsfehler war, sondern das Bremsverhalten sich wirklich veraendert hat und es nun spuerbar mehr Unterstuetzung gibt. Ich habe mangels anderer neuer Autos kaum Vergleiche, aber rueckwirkend koennte ich behaupten, dass der Octi da tatsaechlich etwas schwergaengig war (aber auch nicht viel mehr als die Bremse am 12 Jahre alten Ibiza, den ich davor hatte). In keinem Fall war es gefaehrlich - ich war damit auch auf einer Verkehrssicherheitsanlage des ADAC und habe das Auto immer mit vollem ABS-Einsatz zum Stehen bekommen, ohne mich auf das Pedal stellen zu muessen. Aber... es war mehr Kraft, als man jetzt braucht.
Ueber die Ursachen kann ich nur spekulieren (und ihr gerne mit mir), denn aus der Tatsache, dass der Unterdruck nach einer Stunde weg ist, laesst sich maximal ein ganz winziges Leck begruenden - in keinem Fall eins, das im Betrieb zu spuerbaren Abfaellen fuehren SOLLTE (sonst waere der Druck IMO viel schneller weg). Die einzige Erklaerung, die ich haette, waere ein druckabhaengiges Leck (z.B. ein Riss in der Membran des BKV oder im Gummischlauch oder so), das umso mehr durchlaesst, je groesser der Druckunterschied ist und damit das Material gedehnt wird. Das wuerde zum einen erklaeren, dass es im Betrieb einen staerkeren Verlust gibt, aber eben auch schleichende Verluste bei dem geringeren Restdruck im Stand.
Insgesamt kann ich nur sagen: Geht mit dem Problem zur Werkstatt, vor allem in der Garantiezeit! In meinem Fall war es anscheinend nicht nur ein Schoenheitsmangel.
Viele Gruesse,
Jan